Lightroom-Workshop – Erste Schritte in der Bildbearbeitung

Lernen Sie die wichtigsten Funktionen von Adobe Photoshop Lightroom kennen. Dieser Tagesworkshop gibt Ihnen einen einfach nachvollziehbaren Workflow an die Hand – von der Sichtung der Bilder über die Entwicklung Ihrer Aufnahmen bis zur Präsentation. Sie lernen nicht einfach welche Regler es gibt, sondern welche Auswirkungen die möglichen Einstellungen auf das Endergebnis haben.

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RAW oder JPEG? Eine Entscheidungshilfe.

Eingetragen von am 15. Juli 2011
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Spätestens wenn man zum ersten Mal in der Bedienungsanleitung seiner neuen digitalen Spiegelreflexkamera über RAW-Dateien – Rohdaten – stolpert, stellt sich fortan die Frage, welches Dateiformat das optimale Bildergebnis aus dem Megapixel-Boliden herausholt.

Die gewählten Einstellungen sind bei Einsteigern dann allerdings vorrangig vom eigenen Charakter, und weniger von technisch fundierten Entscheidungen beeinflusst. Frei nach dem Motto „Was der Bauer nicht kennt, isst er auch nicht“ fällt die Wahl auf JPEG. Diese Dateien kennt man aus Handy und Kompaktkamera, kann sie am Fotokiosk problemlos ausdrucken lassen, und auch mal schnell im Internet auf facebook oder flickr im Freundeskreis herumzeigen. Perfekt.

Informiert man sich weiter, wird diese Entscheidung dadurch kräftig untermauert, dass auch Pressefotografen und Sportfotografen ihre Fotos als JPEG-Dateien speichern. In diesen Sparten der Fotografie geht es um Geschwindigkeit und Aktualität. Die kompakten, kleinen JPEG-Dateien werden per Funk an die Redaktionen versandt, und erscheinen oft wenige Minuten später auf Online-Portalen. Die Bildqualität ist für diesen Anwendungsbereich völlig ausreichend.

Ein weiteres Plus: Vor dem Abspeichern führt die Kamera eventuell erforderliche Korrekturen automatisch durch. Hierfür können im Kamera-Menü verschiedene Einstellungen vorgenommen werden, wie etwa Kontrast, Helligkeit oder Farbsättigung. Mit diesen Vorgaben wird die Aufnahme dann in der Kamera fertig entwickelt. Weitere Arbeitsschritte sind nicht nötig – allerdings auch oft nicht möglich.

RAW – mehr Potential, aber auch mehr Arbeit …

Während bei der Wahl von JPEG als Speicherformat alles getan ist, beginnt bei Rohdaten (RAW) die Arbeit erst.

Die bei der Aufnahme gewählte Belichtung und ISO-Einstellung bestimmen die Ausgangslage, jede weitere Entwicklung zum Bild liegt jetzt in der Hand des Fotografen.

Rohdaten sind digitale Negative. So wie ein Film einen chemischen Entwicklungsprozess im Labor durchläuft, müssen digitale Rohdaten in einem geeigneten Bildbearbeitungsprogramm wie Adobe Photoshop Lightroom, Photoshop Elements oder Apple Aperture entwickelt werden. Sind die nötigen Anpassungen getan, wird das Bild in einem gängigen Dateiformat wie etwa TIFF oder auch JPG abgespeichert.

Erst dann lassen sich die Bilder nämlich betrachten. RAW ist kein Standard, und ohne den Entwicklungsschritt im sogenannten RAW-Konverter, dem „Umwandler“, lassen sich RAW-Dateien nicht nutzen – weder für die Verwendung in Druck noch im Internet.

Die ersten Erfahrungen bei der Betrachtung einer RAW-Datei sind dabei durchaus ernüchternd, wenn man bislang von „fertigen“ JPEG-Dateien verwöhnt war: Die Bilddaten sehen oft flau, unscharf und kontrastarm aus, denn die Entwicklungs-Vorgaben in der Software müssen zunächst für die eigene Kamera optimiert werden. Schon mit geringen Grundkenntnisses lassen sich dann aber im Vergleich zu JPEGs deutlich bessere Ergebnisse erzielen. Das gilt insbesondere dann, wenn bei der Aufnahme Fehler gemacht wurden, wie etwa eine nicht optimale Belichtung oder ein falscher Weissabgleich. Durch den deutlich höheren Tonwertumfang (ca. 65000 Tonwerte bei 16 Bit gegenüber 256 bei JPEG) lassen sich kritische Bilder einfacher retten.
Die Veränderungen, die während der Entwicklung erforderlich sind, werden bei Rohdaten nicht in der Original-Datei gespeichert, sondern in der Datenbank der Software oder auch in zusätzlichen kleinen Dateien (XMP). Ein weiterer Vorteil, denn die Original-Datei bleibt erhalten – man kann also bei der Entwicklung gar keine Fehler machen, und als Anfänger immer wieder von Vorne anfangen. Oder in Zukunft mit vielleicht noch leistungsstärkeren Bildbearbeitungsprogrammen die dann alten Fotos noch besser entwickeln.

Konnten Sie sich schon eine Meinung bilden? Es gibt bald weitere interessante Artikel zu den Grundlagen der Bildbearbeitung, die ihnen bei der Entscheidung eine gute Hilfe sein werden.

Autor: Claus Brandt – im Juli 2011