Die Kamera – ein lichtdichter Kasten
Jede Menge Knöpfe, Einstellräder und Tasten hat Sie – die moderne Spiegelreflexkamera.
Vor allem die neuen digitalen Geräte warten mit einer fast unüberschaubaren Vielzahl an Funktionen auf. Zum Fotografieren braucht man jedoch eigentlich nur ein Kamera-Gehäuse mit einem dazu passenden Objektiv.
Das Gehäuse (engl. Body)
Das Gehäuse ist ein lichtdichter Kasten mit einem Loch an der Vorderseite. Hier sitzt das Objektiv. In dem Gehäuse befindet sich der Sensor. Dieser ist durch den Verschluss vor Lichteinfall geschützt. Den nötigen Durchblick verschafft ein Suchersystem, mit dem der Bildausschnitt kontrolliert wird. Der sog. Blitzschuh nimmt ein aufsteckbares Blitzgerät auf.
Soweit die wesentlichen Bauelemente. Mehr sind es nicht!
Sicher, es gibt noch eine ganze Reihe mehr Funktionen. Programmautomatiken oder die zur Verfügung stehenden Belichtungsmessmethoden machen den Preisunterschied aus. Auch ein Profigerät für 5000 EUR macht letztendlich aber nichts anderes, als für eine Szene die richtige Kombination von Blende und Verschlusszeit zu ermitteln und diese im Sucher anzuzeigen.
Von der Funktionsvielfalt in bunten Verkaufsprospekten sollte man sich daher – vor Allem als Anfänger – nicht blenden lassen. Mit der Zeit kommt Erfahrung – und man weiß selber am Besten, welche Funktionen man benötigt.
Die wichtigsten Bauteile des Gehäuses sind
- Sucher und das Sucherbild
- Bajonett
- Verschluss
- Sensor
- Abblendtaste
Der Sucher
Der Sucher zeigt den Bildausschnitt so, wie er später auf dem Foto erscheint. Dies wird durch das Spiegelreflexsystem ermöglicht. Hierbei wird das durch das Objektiv projizierte Bild über ein Spiegelsystem an den Sucher weitergeleitet. Man sieht also das Bild durch das Objektiv.
Achtung: Nur Profi-Geräte zeigen wirklich ein 100%iges Sucherbild. Gehäuse der Einsteiger- und Amateurklasse projizieren dagegen nur 95-98%. Das Foto zeigt also mehr, als vorher im Sucher zu sehen war. Die Sucherdarstellung Ihrer Kamera können Sie dem Handbuch entnehmen.
Neben dem Bild stellt die Sucheranzeige die wichtigsten technischen Informationen bereit.
Typische Anzeigen sind:
- Blende
- Verschlusszeit
- Restbilder
- Akkustand
- Autofokusfelder
Bajonett

Bild: Nikon GmbH
Am Kameragehäuse und am Objektiv befinden sich 2 meist silberfarbene Adapterringe. Wie das Wort Adapter schon andeutet, müssen diese beiden Anschlüsse (der eine am Objektiv – der Andere an der Kamera) zusammen passen. Man kann also leider nicht an jeder Kamera alle Objektive verwenden. Es passen nur die Objektive des Kameraherstellers oder Objektive von Fremdherstellern, die den passenden Anschluß besitzen.
Verschluss
Der Verschluss sitzt im Inneren des Kameragehäuses, unmittelbar vor dem Sensor. Im Moment der Aufnahme gibt der Verschluss für eine vorher festgelegte Dauer den Weg für das Licht auf den Sensor frei. Diese Dauer bezeichnet man als Verschlusszeit.
Technisch sind es 2 Verschlussvorhänge, die sich nacheinander öffnen und wieder schließen. Bei kurzen Verschlusszeiten wird der Sensor so nur teilweise nacheinander dem Licht preisgegeben. Durch die Abfolge der beiden Verschlussvorhänge ergibt sich ein Schlitz, durch den das Licht einfällt. Daher bezeichnet man das Bauteil als Schlitzverschluss. Der Verschluss ist sehr sensible. Er sollte niemals mit den Fingern oder anderen Gegenständen berührt werden.
Film / Sensor
Was für Maler die Leinwand, ist für den Fotografen eine lichtempfindliche Schicht, die das vom Objektiv erzeugte Bild festhält. Bei Film – hier spricht man von analogen Kameras – werden die chemischen Substanzen durch auftreffen des Lichtes verändert. Durch die Entwicklung des Filmes in chemischen Bädern werden diese Veränderungen später als Bild sichtbar. Der Sensor in digitalen Kameras dagegen speichert das Bild elektronisch. Weit verbreitet sind heute sog. APS-Sensoren (APS=Active Pixel Sensor).
Abblendtaste
Das wichtigste Werkzeug für die kreative Fotografie findet man heute leider immer seltener an Kamera-Gehäusen. Mit Hilfe der Abblendtaste kann bereits vor der Aufnahme die Blende auf den eingestellten Wert geschlossen und so die Schärfentiefe kontrolliert werden.
Betrachtet man die Szene durch den Sucher, sieht man das Bild immer bei offener Blende. So wird ein helles Sucherbild ermöglicht. Die Blende wird erst dann auf den eingestellten geschlossen, wenn der Auslöser betätigt wird. Danach öffnet sie sich auch gleich wieder. Man spricht hier von der Springblende. Durch Drücken der Abblendtaste wird die Blende auf den eingestellten Wert, die Arbeitsblende, geschlossen. Das Sucherbild ist nun erheblich dunkler (da weniger Licht einfällt), dafür kann nun die Bildschärfe vor und hinter der eingestellten Schärfeebene kontrolliert werden.


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